Einzigartigkeit-1

Du bist alles was du hast

Und ohne alles bist du immer noch du

Gerade heute Morgen habe ich einen interessanten Artikel über Erich Fromm gelesen, der sich mit Haben und Sein befasste. Das passte hervorragend zu meinem Gedanken, einen Beitrag zum Thema „Du bist alles was du hast“ zu schreiben. Was mich insgesamt und immer wieder so sehr beschäftigt, ist die Frage:

Wer bist du und wie fühlst du dich, wenn urplötzlich, mit einem Schlag alles um dich herum weg ist?

Dein komplettes Haben verschwindet. All deine Besitztümer, deine Beziehung, dein Profit aus allem, die Anerkennung und die Abhängigkeiten… Wer bist du dann? Und wie fühlst du dich dann? Hast du dir das schon einmal vorgestellt? Nein? Ich nehm‘ dich mal mit auf eine kleine Reise…

Bist du wieder ganz hier? Voll und ganz mitten im Geschehen und im Tagesgeschäft. Mitten zwischen anderen Menschen, zwischen Dingen, Sachen, Chaos und Krempel? Dann willkommen zurück!

Ich frage dich gleich nochmal danach, bevor das Gefühl in zu weite Ferne rückt: Wie fühlt es sich an, wenn du außer dir gar nichts hast? Mal abgesehen davon, dass dir gerade der Arsch auf Grundeis geht und du absolute Panik schiebst: Welche positiven Eigenschaften hat es ebenso sehr für dich? Dieser Zustand, nur mit dir selbst da zu sein, im Moment zu sein?

Ich garantiere dir – weil ich es aus eigener Erfahrung so sehr kenne – wenn du es nur lange genug mit dir alleine und in diesem Moment aushältst, dann kommen die positiven Gefühle nach und nach. Und falls du mit Gefühlen weniger am Hut hast, du weniger der Gefühlsmensch, sondern vielmehr der rationale Typ bist, dann zähle mit deinen Händen ganz einfach die Pro’s auf, die dir dazu einfallen. Sobald du dann alle guten Gefühle und Aspekte gesammelt hast, dann widme dich der negativen Seite. Sammle alles was dir einfällt oder dir ein schlechtes Gefühl vermittelt und schreibe es auf. Sobald du alles zusammengetragen hast, schau dir deine Liste genau an. Denn jetzt kommt’s…

Der Clou an der ganzen Sache

Zeichne dir nun auf ein Blatt Papier einen Kreis, in welchen du deinen Namen schreibst. dann Zeichne noch drei, vier, fünf Ringe außen herum. So viele wie du spontan möchtest. Und nun nimm jeden einzelnen Punkt deiner Liste und setze dafür einen Punkt auf die Linien des Modells deiner selbst. Vielleicht verwendest du verschiedenen Farben für pro und contra. Du kannst auch jeden einzelnen Punkt anders kennzeichnen, durch verschiedene Symbole oder Farben. Sodass dir am Ende einfach die Punkteverteilung klar ist und für dich deutlich wird, wo welcher Punkt liegt. Wenn du soweit bist, dann berichte mir deine Erkenntnis!

  • Wo hängen deine Pro’s?
  • Und wo deine Contra’s?
  • Wie nahe sind dir die Pro’s?
  • Und wie nahe die Contra’s?
  • Was fällt dir bei den Pro’s auf?
  • Und was bei den Contra’s?

Schön ist es, wenn du selbst eine Erkenntnis daraus gewinnst. Ich möchte dir aber gerne auch ein paar Impulse dazu mitgeben. Kann es sein, dass die Pro’s immer direkt mit dir in Verbindung stehen? Ist es möglich, dass die Contra’s immer die Einbeziehung von einem Dritten oder einer dritte Sache erfordern? Insgesamt kannst du schauen, inwieweit deine Punkte in Wechselwirkung mit jemand anderem oder mit etwas anderem stehen und inwieweit sie frei sind von allen anderen Menschen und Dingen. Prüfe, welche Punkte genau ganz allein mit dir in Zusammenhang stehen.

Glaube an die Kraft, die ganz allein dir entspringt

Und dann schenke diesen Aspekten deine volle Aufmerksamkeit. Denn diese Punkte sind es, die dir in der einsamsten Stunde schlichtweg den Arsch retten und dich versorgen! Diese Punkte sind der Teil in dir, der für dich da ist, wenn es nichts und niemand anderes mehr ist. Diese Punkte geben dir Kraft, Halt und Zuversicht in einer sehr dunklen Zeit. Diese Punkte sind dein Antrieb, dein Schlüssel und das Licht am Ende des Tunnels! Diese Punkte schenken dir Wärme und Geborgenheit, wenn du nichts mehr an Besitz hättest. All dein Glas, Metall, Plastik und Gedöns werden dir dabei nicht helfen.

Und um allen Stimmen die jetzt laut werden vorzubeugen sage ich auch: Klar brauchen wir ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen. Wir brauchen Kleidung und Nahrung. Wir brauchen schlichtweg die Grundversorgung. Und es ist auch okay, sehr viel von alledem zu haben. Wie aber Erich Fromm plädiert, so möchte ich es auch tun, denn davon bin ich überzeugt: Was zählt ist die Haltung diesen Dingen und Beziehungen gegenüber. Erich Fromm stellt die Frage, „Haben oder sein?“ Ich stelle dazu die Frage an dich:

Bis zu welchem Punkt ist es Sein und ab welchem Punkt wird es Haben (wollen)? Ab wann schlägt es um in „Ich brauche unbedingt noch das neue Ding da!“ oder „Ich hoffe, ich ernte dafür Bewunderung!“ Ab welchem Punkt wird es ein „zu viel des Ganzen“ und lässt die Schale überschwappen? Ab wann wird das Sein zu einer Abhängigkeit von etwas viel weniger Wertvollerem, als das menschliche Leben, als das menschliche Sein, als fühlende Wesen?

Deshalb frage ich dich:

Bist das wirklich alles du, was du da hast?

Wer bist du ohne all das was überschwappt?

Bist du ohne all das immer noch du?

Es gibt auf meinem Youtube-Kanal arriva Beratung auch einen Video-Beitrag zu diesem Thema. Wenn du es zusätzlich noch „semi-live“ erfahren möchtest, dann surf einfach dort vorbei und schau dir das Video dazu an. Ich würd mich freuen dich auch dort zu treffen! 🙂

Jedenfalls wünsche ich dir für diese Sache, dass du erkennst, dass der wirklich wahre Reichtum – der dir immer bleibt – bereits in dir ist und dafür nichts weiter zu tun brauchst, als ihn zu suchen und ihn zu entdecken! Ich wünsche dir, dass du dich frei machen kannst von allen äußeren Abhängigkeiten, von unnötigen Besitztümern und von Haben wollen. Und ich wünsche dir, dass du auf dieser Suche so erfolgreich bist, dass dein Lebensglück und dadurch deine Lebensqualität Stück für Stück zu dir finden. Das wünsche ich dir…

Von ganzem Herzen
Deine Anja Buntz

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