Gedanken

Gedanken denken

Bewusstes Denken reduziert deinen Stress

„Denke mit dem Herzen, fühle mit dem Verstand.“ – Das ist mein Credo. Es ist nicht immer ganz so einfach zu verwirklichen, aber wann immer es möglich ist, versuche ich, beides miteinander zu verbinden. Wenn beide „Organe“ miteinander eins werden, dann können die Gedanken gar nicht zu Last werden. Denn dann haben wir all die Gedanken im Kopf und im Herzen, die uns gut tun und uns nicht in die Gedankenspirale treiben oder uns (unbewusst) unter Stress setzen.

Gedankenstress haben die meisten von uns täglich. Du kannst es dir so vorstellen, dass um die 60.000 Legosteine um deinen Kopf fliegen (das Beispiel habe ich von einer sehr sehr lieben Freundin). Stell dir das mal bildlich vor, dass gerade im Moment 60.000 Legosteine um deinen Kopf schwirren, im Kreis, in einer Geschwindigkeit, dass es dir schwindlig davon wird. Die Energie, die du dafür brauchst und regelrecht verschwendest, solltest du bei dieser Vorstellung direkt spüren. Mach dir diese Gedankenwirbel ganz bewusst. Spüre, was er dich an Kraft und Aufmerksamkeit kostet.

Wie fühlst du dich dabei?

Hast du ein leichtes Stressempfinden? Schmerzt dir vielleicht sogar der Kopf? Und jetzt mach dir mal klar, dass dies jeden Tag ganz unbewusst passiert. Ohne dass du es groß mitbekommst. Es zieht dir regelrecht den Saft aus den Zellen, die Energie aus deinem Körper. War dir das so bewusst?

Das Miese dabei ist, dass es sich meist nicht um Gedanken handelt wie „Ich nehm mich so an, wie ich bin!“ oder „Mein Gegenüber hat sicher seine Gründe, weshalb er heute nicht so gut gelaunt ist. Ich nehm es einfach nicht persönlich!“ Nein, es sind Gedanken wie „Ich bin so ein Schussel!“ oder „Ich muss das heute noch zu Ende bringen!“ oder „Ich kann einfach nichts durchziehen und am Ball bleiben!“.

Welche Gedanken es auch immer sind: Sie beeinflussen dich!

Du bist es, der die Gedanken denkt. Und du bist es, der dies stoppen oder verändern kann. Du hast es in der Hand, deine Gedankenspirale zu unterbrechen. An dir ist es, zu lernen, die Gedanken zu beobachten und sie zu steuern. Du kannst Gedanken denken!

Wie das geht?

Ich habe dir ein paar Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen können, mit deinen Gedanken anders umzugehen. Die kleinen aber feinen Methoden werden dir bei der Erkenntnis helfen, dass du jederzeit die Wahl hast und dass allein du darüber entscheiden kannst, die Gedankenspirale zu verlassen und die Legos zurück in die Kiste packst! 😉

Tipp numero 1

Stell dir vor deinem inneren Auge vor, bei geschlossenen Augen oder bei geöffneten, dass du dich in mitten des Legosturms befindest und dann die Stopp-Taste drückst. Einen fetten, roten Button. Stopp! Und dann sieh ganz entspannt zu, wie alle Legosteine zu Boden fallen und es ganz leer, leicht und klar um deinen Kopf wird. Wie fühlst du dich jetzt?

Tipp numero 2

Mal dir erneut mit deinem geistigen Auge aus, wie du dich selbst beim Denken beobachtest. Kennst du die Denkerpose? Entweder im Sitzen, aufgelehnt auf den Knien und der Kopf auf deinen Händen? Oder wie auch immer der Denker in dir aussieht. Stell dir vor, wie du ihn als weitere Person dabei beobachtest und wie du dabei lächelst und feststellst, dass der Denker in dir einfach nur eine Vorstellung ist. Er ist nicht du. Du bist frei vom Denken. Klappt das? (Ich gebe zu, diese Übung kann etwas Erfahrung erfordern. Aber versuch es einfach mal…)

Tipp numero 3

Das ist der Klassiker: Wieder in deiner Vorstellung malst du dir aus, wie du auf einer Wiese sitzt, saftig grün und den strahlend blauen Himmel beobachtest. Immer wieder ziehen flauschige weiße Wolken vorbei – es sind deine Gedanken! Hier wird es um dich leicht, wenn du merkst, dass die Gedanken einfach weiterziehen. Ohne dass du sie festhalten und zerpflücken musst. Dass Gedanken kommen ist ganz normal. Schwer ist es oft nur dann, wenn wir sie ganz gezwungen festhalten und versuchen sie von allen Seiten zu betrachten, sie zu erörtern und sie bis in den Kern auseinander nehmen wollen. Lass es sein. Schau dir auf der Wiese sitzend einfach dabei zu, wie die Wolken ganz von allein weiterziehen. Und falls sich eine hartnäckig vor dir aufhält, dann schieb sie ganz sachte weiter. Gut oder?

Tipp numero 4

Das ist mein Lieblingstipp (ebenfalls von der ganz lieben Freundin)… Wenn du mal absolute Stille „hören“ möchtest, sodass es ganz ruhig um dich wird und du das Gefühl hast, dass die Zeit stehen bleibt, dann kann es so gehen: Konzentriere dich auf den Momente zwischen Gedanke 1 und Gedanke 2, unterstützend dazu, kannst du den Atem verwenden. Nach dem bewussten Ausatmen, vor dem nächsten Einatmen, entsteht ein Moment der Stille und des Innehaltens. Genau das ist der Moment, den du zwischen Gedanke 1 und Gedanke 2 ebenfalls wahrnehmen kannst. So als wär es luftleerer Raum. Nichts da. Wie fühlt sich das an? Leicht? Entspannt? Das ist der Moment der absoluten Stille. Dann bist du ganz im Hier und Jetzt. Je länger du diesen Moment halten kannst, desto mehr entspannt er dich. Lass dich treiben…

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir dabei, dass du hin und wieder oder auch ganz oft zur Ruhe kommen und deine Gedanken draußen lassen kannst. Drücke ganz bewusst die Pause-Taste! Schreib dir am besten auch einen Reminder, der dich immer wieder an diese Option erinnert. Denn das Schwierigste ist meist, über all diese Möglichkeiten Bescheid zu wissen, aber sich nicht an sie zu erinnern. Schön ist es natürlich auch, wenn es für dich zur Routine wird. Dafür bedarf es allerdings gutes Durchhaltevermögen. Eine Veränderung des Unterbewusstseins dauert ca. drei Wochen. 21 Tage solltest du dann dein Gedanken-Pausen-Programm verwenden, damit es sich fest in deinen Alltag integriert.

Die Mühe ist es jedenfalls wert, denn auch wenn diese Tipps und diese Veränderung noch so klein scheinen mag, sie haben eine große Kraft dich bei der Reduktion von Stress, bei der Entwicklung von Resilienz und deiner mentalen Fitness zu unterstützen. Reduziere deinen mentalen Stress. Sei du die Person die entscheidet, was in und um deinen Kopf herum passiert. Gönne deinem Geist ausreichend Pausen und Erholung. Schließlich musst du im Alltag schon viel genug entscheiden und deinen Verstand bei der Bearbeitung von Strategien und Ausarbeitung von Lösungen einsetzen. Dafür solltest Energie haben. Nicht für den mentalen Ballast, den du sonst noch mit dir herumschleppst.

Denke mit dem Herzen und fühle mit dem Verstand. Lass sie eins werden und denke positiv – wann immer du dich bewusst dafür entscheidest.

Von ganzem Herzen
Deine Anja Buntz

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