Naturcoaching München

Naturcoaching in München

Entscheidungsfindung oder die Klarheit, in welche Richtung es gehen soll

Es erreicht mich eine E-Mail: Ich brauche einen Termin. Die E-Mail kommt von einer Klientin, die ich bereits am Anfang meiner Zeit als Coach kennenlernen durfte. Seither habe ich nichts von ihr gehört. Nun nach zwei Jahren kommt diese E-Mail. Und ich lese ganz deutlich heraus, dass es dringend ist. Wir finden innerhalb von 4 Tagen einen passenden Termin, in derselben Woche. Treffpunkt ist der Perlacher Forst in München.

Recherche: Wo können wir uns „herumtreiben!?“

Für mich ist es jedes einzelne Mal aufs Neue aufregend, wenn ich in „fremde Gefilde“ darf. Das heißt, für mich beginnt dann die Recherche, wo können wir laufen, wo sind geeignete Wege, welches Naturgebiet eignet sich für einen Rundkurs – sofern es die Klientin wünscht – Wo gibt es Wasser, Bäume, Steine, etc. Und da ich nicht alle Orte vorher abfahren kann, muss auch ich mich auf das Unbekannte einlassen und während des Coachings fallen lassen. Das ist wirklich aufregend! =D

Wie gesagt, wir treffen uns im Perlacher Forst und machen uns auf die „Reise“. Das Wort passt deshalb so gut, weil sich meine Klientin insgesamt auf der Reise zu sich selbst befindet. Außerdem kommt sie von einer großen Rundreise (Unterwegs mit dem Van, wie geil ist das denn???). Und nun weiß sie einfach nicht weiter. Bildlich gesehen steht sie mit ihrem Van an einer Kreuzung und weiß einfach nicht, welchen Weg sie als nächstes einschlagen soll.

Zurück zu alten Ufern?
Vorwärts, weiter ins Unbekannte und erforschen?
Rechts ab und eine neue Arbeitsstelle antreten?
Oder doch links und mal verschiedene Veränderungen (da waren viele Alternativen) ausprobieren?

Was es auch immer werden wird: Es gibt im Leben Zeiten, in denen man von allein einfach nicht weiterkommt. Und so machen wir uns gemeinsam auf den Weg und finden heraus, welche Richtung als nächstes in Frage kommt.

Was stand bisher im Weg?

Dabei bringen wir zunächst ans Tageslicht, was bisher einfach nicht so dolle war und was der eigentliche Grund dafür ist. Hier geht es ganz und gar nicht ums Reisen, sondern um die Arbeit. Warum, wieso, weshalb hat sie geschmissen, was hat einfach nicht mehr reingepasst? Welche Werte sind einfach nicht mehr stimmig und was muss die Zukunft bringen, damit meine Klientin „richtig Bock“ drauf hat. Dadurch bekommt sie auch ein Bild davon oder viel besser noch das Gefühl, ob eine werteerfüllende, neue Arbeitsstelle die Lösung ihrer aktuellen Zerrissenheit ist. Oder ob doch noch was anderes dahinter liegt.

Hier mal eine kurze allgemeine Anmerkung dazwischen: Es ist immer wieder faszinierend, wie groß dieser Raum in einem Menschen ist, in dem er all seine Themen, Sorgen, Ängste, Zweifel, Probleme, Herausforderungen, Befürchtungen, Hemmnisse und viele weitere kleine Störenfriede aufbewahrt. Es ist gefühlt ein ganzes Universum. Wie in unserem Universum auch, können wir nicht wissen, wie viele weitere Galaxien und Sonnensysteme es dort draußen noch gibt. Und genauso ist es in diesem Raum des Menschen. Es ist grenzenlos. Und daher kommt jeder Mensch in seinem Leben immer wieder an Punkte, an denen er nicht weiter weiß. Da ist weit und breit einfach kein rettender Planet in Sicht. Und so trudelt und trudelt und trudelt er dahin. Um so wichtiger ist es, dass diese Menschen wieder Halt und Sicherheit spüren und jemandem begegnen, der einem zur Orientierung verhilft.

Okay, zurück zum Coaching. Wir gehen nach der Arbeitserkenntnis einfach der Nase der Klientin nach weiter und pirschen uns im Perlacher Forst vorwärts. Bis zur nächsten Intervention, die es der Klientin ermöglicht, eine Richtungsentscheidung zu treffen. Links oder rechts. Vor oder zurück? Egal, wir nehmen zwei ganz konkrete Vorhaben und lassen den Wind entscheiden, in welcher Richtung sie sich wohler fühlt. Denn es ist tatsächlich der Wind im Gesicht (es gab tatsächlich im Wald keinen großartigen Wind), den sie in einer Richtung ganz deutlich spürt.

Und da spürt sie auch im Inneren – FREIHEIT.

Sie erlebt es Innen wie Außen und weiß dadurch: Das ist mein Weg. Es ist für sie von einem Moment auf den anderen glasklar, was zu tun ist.

Lösungsenergiiiieeee!!!

Meine Klientin wird noch einmal auf Reisen gehen und für sich herausfinden, wo ihr langfristiger Platz – gebunden an einen bestimmten Ort – sein kann und soll.

What next? – Handlungsschritte

Diese Klarheit bringt meiner Klientin nun auch die Notwendigkeit der nächsten Schritte, die sie gehen möchte und teilweise auch muss. Diese Schritte untermauern wir, indem wir uns tatsächlich weiter auf den Weg im Perlacher Forst machen. Wir besprechen die für sie notwendigen Handlungsabläufe, die ihre Entscheidung, sowie die kommenden Tage und Wochen untermauern. Womit fühlt sie sich gut? Was ist noch zu erledigen? Was muss ich noch vorbereiten? Was muss ich für später einplanen? Wo muss ich mich noch absichern? Die Idee und die Tatkraft wachsen mit jedem Schritt, den wir gemeinsam im Coaching gehen.

Dabei ploppen am Wegesrand nochmal die einen oder anderen weiteren Themen auf. Begleitthemen, die sie sich auch während der Reise nochmal verinnerlichen mag. Mit denen sie auf der kommenden Fahrt „in den Dialog gehen kann“. In diesem Coaching soll es jedenfalls nicht mehr allzu viel Platz finden. Hauptthema ist und bleibt ein anderes. Diese Grenze ist wichtig, um sich während dem Coaching nicht in der Themenvielfalt zu verlieren. Der Fokus auf das an diesem Tag wichtigste Thema hat Vorrang.

Kostbarkeiten aus dem Jutebeutel

Was wir allerdings während des gesamten Spaziergangs dennoch zusätzlich fokussiert haben bzw. was meine Klientin fokussierte, waren schöne Dinge, von denen sie sich angesprochen fühlte. All diese Dinge fanden Platz in meinem Jutebeutel. Und mit genau diesen Dingen nehmen wir uns zum Schluss die Zeit, um daraus ein Abschlussbild zu legen. Ich gebe ihr einige Minuten ganz für sie allein. Sie beschäftigt sich mit den Dingen, die sie sammelte. Dabei steht jedes einzelne Teil für einen Aspekt, den wir an diesem Tag aufdecken konnten.

Der ganz persönliche Wertekompass

Und jedes einzelne Teil findet Platz – im Kompass. Das ist es was am Ende dabei entsteht. Ein Wertekompass. Den sie nun in sich tragen kann. Stets mit dem Wissen, wohin sie welcher Wert in Zukunft führen wird.

Und auch wenn sie ihren Weg im Inneren mit Sicherheit schon kannte, so brauchte sie doch das Teilen mit jemandem, um sich zu vergewissern, dass ihr Herzensweg der richtige ist und auch im Außen Bestand haben kann.

Für ihren Weg und ihre Reise wünsche ich ihr von Herzen das Beste und dass sie mutig und kühn ihre Herzensreise fortsetzen mag.
Und genau das gleiche wünsche ich auch dir meiner lieben Leserin. Höre auf dein Herz, denn genau das ist der einzige Weg, den du gehen musst.

Von ganzem Herzen
deine Anja Buntz

Foto by myself